Zum Inhalt springen

Morrisons Versteck

Henischs große Tat: Er versucht aus Jim Morrison, einem Objekt der Pop-Industrie, einer Kult- und Klischeefigur, ein Subjekt zu machen, die fremde Person aufzuspüren als Teil seiner selbst (Jahrgang 1943!). Es geht um Leib und Seele nicht nur Morrisons, sondern eines Zeitalters.

Helmut Schödel, Die Presse.

Auf diese Weise entsteht ein mit Poesie und Ironie durchwobenes Patchwork aus zahllosen kurzen, brillant eingesetzten Versatzstücken, die sich meist nach dem Prinzip von Punkt und Kontrapunkt spielerisch ergänzen….
Eine gescheite und außerordentlich vergnügliche Lektüre.

E. H. (Eva Haldimann), Neue Zürcher Zeitung

Es wäre aber nicht Peter Henisch, wenn das nur die augenzwinkernde Hommage an einen Trivialmythos oder das offene Porträt eines dionysischen Künstlers wäre. Wie hier drei ehemalge 68er mit einem Teil ihrer Geschichte umgehen, damit wird mit spitzer Ironie die Weiterentwicklung der Protestbewegung kritisiert. Morgenrot ist die Karikatur eines linken Intellektuellen, dem, hirnlastig und desillusioniert, nicht viel mehr einfällt als die alten Parolen. Die nun frauenbewegte Petra vergißt angesichts des ehemaligen Sexsymbols ihren Feminismus. Oder passiert das alles nur im Kopf Pauls?

W. Schörkhuber, Salzburger Nachrichten.

So ist die Suche nach den vielfältigen Wahrheiten einer Rocklegende, die eben mehr ist als das, auch die Geschichte einer Recherche, einer uferlosen freilich, einer Reise ohne Ende ins Universum der Zusammenhänge. Morgenrot und Petra sind nicht zuletzt metaphorische Vertreter gegensätzlicher Weltauffassungen, einer rationalen der Vernunft und einer irrationalen der Metaphysik, die sich in Paul um den Verstand streiten. Doch als dieser schließlich mit einem Holzpfahl des Nachts auf den Friedhof schleicht, um sich von Morrisons Gespenst zu befreien, hat Petra gewonnen – zu Recht. Denn Jim Morrison lebt.

Stefan Bachmann. Die Weltwoche.

Gesamten Text lesen ...
zurück zuRezensionen-Auszüge