CD - Veröffentlichungen

CD BLUES PLUS
Peter Henisch, Gesang und Bluesharp,
Hermann Posch, Git.
Franz Haselsteiner, Akkordeon und Piano
Peter Strutzenberger, Bass
EAN: 0660902290369
Artikel Nummer: Rossori07
Vertrieb: MG Sound / Albert Pauser /
ZUM AUS DER HAUT FAHREN
Samir H. Köck, Die Presse
Schriftsteller Peter Henisch feiert das verregnete Leben
Die deutsche Popzeitschrift „Rolling Stone“ würdigte Peter Henisch jüngst für sein 1975 (!) erschienenes Album „Alles in Ordnung“. Er klinge „mürbe und melancholisch wie ein proletarischer, wienerischer Leonard Cohen“. Das passt auch auf Henischs nun, 43 Jahre später erschienenes zweites Album „Blues Plus“. Nur stimmlich hinkt der Vergleich ein bisserl – wo Cohen ein Leben lang sonor vor sich hinbrummte, verfügt Henisch über eine helle, flexible Stimme, die ganz und gar nicht nach 75 Lebensjahren klingt.
Im Gegensatz zu den lakonisch ironischen Texten. Etwa „Skyline“, das den neoliberalen Zeitgeist geißelt: „Sie ham den Horizint privatisiert. Zeitlich in den Früh sans kumman, ham eam afoch z’sammgrollt und abtransportiert.“ Dazu wimmert der vom Sänger bearbeitete Fotzhobel, die Rhythmusgruppe entriegelt einen zarten Groove. Überhaupt hat Henisch ein fantastisches Bluestrio um sich versammelt: Franz Haselsteiner brilliert an Klavier und Ziehharmonika, Peter Strutzenberger treibt mit melodischen Bassfiguren an, der grandiose Hermann Posch spielt eine Bluesgutarre, die an den britischen Granden Peter Green erinnert. Manchmal auch an Curtis Mayfields funky Spiel, etwa im treibenden „Immer wann i ham kumm“. Dieser Song kreist um das Gefühl, dass man, egal wo man gerade ist, nicht richtig ist. Es gilt zu akzeptieren, dass man als Mensch fast immer zwischen Antizipation und Nostalgie herumeiert. Den tiefen Augenblick zu leben, das bleibt rar. Ein wirkliches Rezept dagegen findet auch Henisch nicht. Seine Conclusio ist immerhin pointiert: „Aber die Haut, aus der ma fahrn kann, muass erst erfunden werdn.“
Exquisit ist auch der groovige „Vogelweide-Blues“. Auf den Spuren des mittelalterlichen Lyrikers klangt Henisch über das rasche Verfließen der Lebenszeit. „Oh weh, wo san denn alle meine Jahr? Hab i mei Leben nur tramt?“ fragt er wie ein in die Jahre gekommenes Kind. „Vü Leit, die i gern ghabt hab, san alt und miad – ode nua bled“, singt er und hält kunstvoll die Balance zwischen vitriolischem Witz und weher Melancholie. „Hallo Welt“, „Kumm und lass di falln mit mir“ und „Mutschila Ferdl“, das Lied über einen gerade abgebankelten Favoritner Beiselwirt erfreuten schon 1975, jetzt wurden sie neu vertont.
Henschs Gesang in „Polvere di Gesso/Kreidestaub“, einem Stück des Cantautore Gianmaria Testa, fährt einem durch Mark und Bein. Ja, der Blues, der muss ein Wiener sein. (Rossori Music)

WEGWÄRTS VON WIEN
1993, Bibliothek der Provinz

BLACK PETER'S SONGBOOK
2001, ORF und Residenz Verlag

MORRISONS VERSTECK
2001, Preiser Records

PETER HENISCH: VOM BARONKARL ZUM SCHWARZEN PETER.
" ... einer der vielseitigsten Autoren ... und einer der kompetentesten Interpreten seiner Texte. Zum 60. Geburtstag des Autors ... Querschnitt aus seinem bisherigen Schaffen ... " (ORF)
erschienen 2003 im ORF
