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Muttersuchen

„Bis heute hat Peter Henisch auf seinem Trotzdem beharrt, das weniger mit Optimismus oder Zuversicht zu tun hat als mit dem Wissen, dass es ein wahres Leben im falschen geben kann und es nicht zu rechtfertigen ist, dieses abzuwerten.“

Karl-Markus Gauß

Mutter suchen - Peter Henisch

Stimmen:

Der Wiener Schriftsteller Peter Henisch begann seine glanzvolle Karriere vor einem halben Jahrhundert, indem er den Vaterroman erfand. Jetzt meldete sich bei ihm machtvoll die lang verstorbene Mutter: Ein exemplarisches und doch autonomes Frauenschicksal.

Heinz Sichrovsky, News.

Berührende und erschreckende Details treten zutage, faszinierend erzählt in einer vorgeblich einfachen Sprache, mit allen Registern einer mehrstimmigen Erzählkunst, die Peter Henischs ganzes Werk so außergewöhnlich macht.

Cornelius Hell, Die Presse.

Geradezu planvoll belässt der Autor dem Mutterbild dessen Unschärfen. Er hat nichts retuschiert. Jedoch, wie es einmal heißt, „mit hellem Ohr hingehört.“ Gerade deshalb schwingt Mutters Stimme in den Lesenden tief und befriedigend nach.

Ronald Pohl, Der Standard.

Bei diesem Buch handelt es sich nicht bloß um „Autofiktion“ sondern um das – nach Norman Mailer - romanhafte Verstehen einer Person: Zum Erzählen gehört auch das Erfinden.

Walter Grünzweig, Die Furche.

Was zählt ist, dass Muttersuchen ein wahrhaftiges Buch geworden ist, ein packendes, ein liebevolles und ein wichtiges ... Schön, dass es dieses Buch gibt

Wolfgang Huber-Lang, APA

Peter Henisch - Nichts als Himmel
Nichts als Himmel Residenzverlag

Nichts als Himmel

Erschienen im August 2023

WIE LANG ist das nun schon her, dass ich hier bin.
Via Boccaccio 33, ultimo piano.
Als ich hier angekommen bin, auf dem Parkplatz vor der Stadtmauer, hat die Luft über dem Asphalt gezittert.
Jetzt fallen dort schon die Blätter von den Platanen.[expander_maker id="3" ]Als ich hier angekommen bin ... Wie ich hier angekommen bin...
Ich hatte den Koffer vom Rücksitz genommen, ich hatte die Autotür zugeschlagen.
Ich hatte die Straße überquert, die mich, wäre ich weitergefahren, nach Rom geführt hätte.
Und da waren die paar Stufen zwischen Kakteen und Agaven, von denen Julia gesprochen hatte.

...

IM LICHT der tief stehenden Sonne halte ich ihn zuerst für einen Rauchfangkehrer oder für einen Dachdecker. Aber der Mann, der da übers Dach kommt, ist weder das eine noch das andere. Mit einem weiten Sprung ist er auf der Terrasse. Und schon huscht er auf mich zu, geduckt, um von unten, vom Giardino aus, nicht gesehen zu werden.
Was hat er da in der Hand? Ist das wirklich eine Pistole? Nessuna parola! raunt er, kein Wort! Ich hätte ohnehin keine Worte. Dann ein paar Sätze in einer Sprache, die ich nicht kenne. Schließlich wieder Italienisch: das Wort sete (Durst) und das Wort fame (Hunger).
Endlich drei Worte auf englisch: Give me shelter. Okay, okay, sage ich. Meine Stimme klingt eine Oktave zu hoch und zittert. Come on, come in, sage ich, mit einer Geste, die der unerwartete Gast hoffentlich richtig verstehen wird. But please stop pointing at me with this gun.

[/expander_maker]

Internationales
Peter-Henisch-Symposium
zum 80. Geburtstag des Autors

von 27. - 30. September 2023

Zum Programm...

Beiträge zum Symposium Die Welten des Peter Henisch, Kunstverein Alte Schmiede Wien und Österreichische Gesellschaft für Literatur Wien, September 2023

Karl-Markus Gauß
Eleganz in der Unauffälligkeit.
zum Text...

Johanna Öttl
Gespräch mit Peter Henisch
zum Gespräch...

Egon Christian Leitner
Das gute Ende und die gute Politik im Werk Peter Henischs
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