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Die kleine Figur meines Vaters

Henischs „Kleine Figur meines Vaters“ ist gewiß aus innerer Notwendigkeit entstanden, in langer Auseinandersetzung mit dem sterbenskranken Vater zur Reife herangewachsen, und hat seinen literarischen Platz in überraschender Nähe zu Härtlings „Nachprüfung einer Erinnerung“; nur mit dem Unterschied, daß – anders als in Härtlings „Zwettl“-Buch – diese Nachprüfung … an einem noch lebenden Modell vollzogen werden konnte.

Man darf getrost sagen, daß sich hier ein bedeutender Prosaist mit einem wesentlichen Buch vorgestellt hat.

Joachim Schondorff, Salzburger Nachrichten.

Peter Henisch gerät beim Versuch, seine Geschichte von jener des Vaters zu emanzipieren, in den Bann der Biographie, die er loswerden will. So gesehen ist sein Buch – wie das von Handke über seine Mutter – ein Dokument später Kindesliebe.

Kurt Kahl, Kurier.

Das Buch, das auf diese Weise entstand, ist in gewissem Sinn das Protokoll einer Vater-Sohn-Beziehung.
Hält eine langsame Annäherung fest, die immer wieder von Perioden des Mißverständnisses unterbrochen wird.
Zeigt unpathetisch den Konflikt zwischen einer Generation auf, für die der zweite Weltkrieg mit all seinen Schrecken Erlebnishöhepunkt war und jenen Spätgeborenen, die das nicht begreifen können.
Nicht gewillt sind, massenweises Sterben als Routine zu akzeptieren, bei der man mit dem Fotoapparat dabei sein muß.

Duglore Pizzini, Wochenpresse.

Nicht bloß der vorsätzlich zur „Figur“ stilisierte Vater (die Kleinheit bezieht sich auf die Körpermaße), auch die Nebenfiguren und Episoden haben unverwechselbare Farbe und Funktion, legen beredtes Zeugnis dafür ab, wie präzise und komprimiert Peter Henisch seine künstlerischen Mittel einzusetzen gelernt hat. Diese Präzision kommt auch sprachlich in einer … an Joseph Roth gemahnenden Einfachheit zur Geltung.

Friedrich Torberg, Die Welt.

„Die kleine Figur meines Vaters“ ist ein ebenso intelligent wie verständlich geschriebenes Buch, das geschickt die Balance hält zwischen der engagierten Anteilneilnahme des Sohnes am Schicksal seines Vaters und der notwendigen kühlen Distanz des Autors gegenüber seinem Material.

Jürgen P. Wallmann, Tagesspiegel.

Die kleine Figur meines Vaters von 1975 ist eins der wenigen Bücher, die die Vatermode jener Jahre unbeschädigt überlebt haben.

Thomas Rothschild, Frankfurter Rundschau.

Peter Henisch … gilt seit seinem autobiographischen Roman „Die kleine Figur meines Vaters“ als eine bedeutende Stimme österreichs.

Burkhart Scherer, Frankfurter Allgemeine.

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