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Mortimer & Miss Molly

Peter Henisch ist ein großer Sonderfall der österreichischen Literatur: ein ironischer Fabulierer, dessen Artistik die Kraft des Faktischen innewohnt. Sein neuer Roman erzählt eine doppelte Liebesgeschichte knapp über dem Boden der Tatsachen ... Er ist einer der großen Dichter Österreichs.

Helmut Schödel, Süddeutsche Zeitung

Peter Henisch, den man sich aus irgendeinem Grund als ewigen Jugendlichen denkt ... hatte zwar stets Humor, aber noch nie war er so heiter, schien das Ambiente so sonnendurchleuchtet wie in diesem Roman ... Freilich wäre Henisch nicht Henisch, wenn er sich in ein Idyll flüchtete, wenn er seinen politischen Verstand, der ihn durch sein gesamtes Werk begleitet hat, plötzlich in den Ruhenstand versetzte ... Das Politische kommt manchmal ganz beiläufig daher, nebenbei, und dann umso wuchtiger ... „Mortimer & Miss Molly“ ist ein Liebesroman ... und ein politischer Roman in einem. Es ist ein Roman von Peter Henisch.

Thomas Rothschild, Die Presse.

Schon sein Sechzigster bescherte Peter Henisch die wohl unvermeidliche Frage nach seinem „Alterswerk“. Seinerzeit erinnerte der Jubilar den Interviewer daran, dass Autoren diesbezüglich bessere Karten als Sportler hätten. Und dass nicht wenige seiner Kollegen erst mit 60 so richtig in Schwung gekommen seien. Heute, ein Jahrzehnt und fünf Romane später, ist klar, dass sich das auch von diesem symparhisch stillen, feinen Wiener Romancier, Lyriker und Musiker sagen lässt, der Kennern seit langem als einer der großen Epiker der österreichischen Literatur gilt.

Oliver Pfohlmann, Neue Zürcher Zeitung.

Peter Henisch ... führt in „Mortimer & Miss Molly“ neuerlich vor, wie virtuos er Handlung und Konstruktion seiner Romane miteinander zu verzahnen weiß, dabei feine Anspielungen an Mythen, Film und Literatur einwebt, erzähltechnisch versiert, leichthändig und unaufdringlich einer märchenhaften Unmittelbarkeit entgegensteuert, um das Erzählte in seiner Gestaltetheit umso intensiver nachklingen zu lassen ... In Mortimer & Miss Molly ... wird das Verhältnis von Wirklichkeit und Illusion im zwischen Be- und Entzauberung schwankenden Finale in Lust und Lebensfreude aufgehoben.

Beate Tröger, Frankfurter Allgemeine.

Mortimer & Miss Molly ist keine einfache, sondern eine doppelte ... Liebesgeschichte. Denn Henisch verknüpft die Geschichte der beiden mit der eines jungen italienisch-österreichischen Liebespaars. All das läßt sich als erzählerisches Credo des Autors lesen, als ein Spiel mit Möglichkeiten und eine Feier des Erzählens. Es gibt heute kaum jemanden sonst, der einen Text derart virtuos aufzubauen versteht wie Peter Henisch. Im neuen Roman "Mortimer & Miss Molly" agiert er erneut auf der Höhe seiner Kunst.

Sebastian Fasthuber. Salzburger Nachrichten.

Durch dieses Buch spaziert ein Wie es hätte sein können mit einem Wie es gerade ist und Wie wir uns erinnern, dass es war ... Es ist überaus passend, dass der junge Medizinstudent Marco ... fortgesetzt darüber nachdenkt, wie diese Geschichte in einen Film umzusetzen wäre. ... Mortimer & Molly ist ein Liebesroman und eine im besten Sinne des Wortes leichte Lektüre. Große Kunst, die einem jegliches Völlegefühl erspart.

Heinrich Steinfest, Stuttgarter Zeitung.

In einer verdinglichten, dem Zweckdenken absolut unterworfenen Welt hat die Zweckfreiheit politische Funktion. Mit seinem neuen Italien-Roman hat Peter Henisch eine intensive und prekäre Liebesgeschichte geschrieben, deren Lektüre Spaß macht und, man möchte es kaum glauben, Hoffnung vermittelt.

Walter Grünzweig Standard

Peter Henisch schickt in seinem jüngsten Roman „Mortimer & Miss Molly“ ein junges Paar auf die Fährte einer längst vergangenen Liebesgeschichte. Für Julia und Marco ist die frühere Lovestory ein Katalysator für ihre eigene, gerade aufkeimende Liebe, deren Komplikationen Henisch durchaus ironisch ausbreitet.

Karin Czerny, Profil.

Marco und Julia fantasieren sich in die Rollen von Mortimer und Molly, obgleich die zu Beginn ihrer Beziehung um zehn Jahre jünger bzw. 20 Jahre älter waren als die beiden und Molly kriegt – Buongiorno signore Joyce! – sogar einen kleinen, interpunktionslosen Monolog. Auch wenn die Schildkröten im Park ständig am Schnackseln sind und sie Sonne am Schluss glatt wieder aufs Firmament gevögelt wird, ist der Roman letztendlich ein Plädoyer für eine Spielart von Sex, für die es eine andere und ein bisschen in Vergessenheit geratene Bezeichnung gibt: Liebe machen.

Klaus Nüchtern, Falter.

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